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Wanne-Eickel anno dazumal |
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Am 1. Mai 1864 wurde das erste Postamt in Eickel als "Königlich Preußische Postexpedition" im Hause der Witwe Löns (später Feldhege) an der Herzogstraße eröffnet. Zum Amtsbereich gehörten die Gemeinden Eickel, Hordel, Röhlinghausen, Bickern, Crange und Holsterhausen.
Der Postwagen fuhr zur Post- und Personenbeförderung zweimal täglich nach Bochum. Im Oktober 1873 wurde das Postamt in das Haus des Postverwalters Cordes, Herzogstraße, verlegt. Zwei Jahre später, am 1. Mai 1888, verzog das Postamt in das Haus des Malermeisters Oelling, Bahnhofstraße 25 (später Kaiserstraße, heute Hauptstraße). Am 1. Mai 1898 wurde das Postamt in das Haus des Landwirts Vietinghoff in der Bismarckstraße 11d verlegt. Dieses Haus ging später in den Besitz der Brauerei Hülsmann über und wurde im Krieg zerstört.
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Als zu Beginn des letzten Jahrhunderts die Errichtung von Denkmälern Hochkonjunktur hatte, war Bismarck ein beliebtes Statuenobjekt. Das Denkmal wurde am 26. Juni 1904 am Anfang einer neu erbauten Prachtstraße, der damaligen Moltkestraße Ecke Kaiserstraße (heute Reichs- und Hauptstraße) zu Ehren des "Eisernen Kanzler" errichtet.
Das 10 000 Mark teure Denkmal mit der drei Meter hohen Figur Bismarcks, dessen Sockel aus rotem Meißener Granit bestand, wurde vom Bildhauer August Schmiemann aus Münster geschaffen. Die Kosten des Denkmals wurden aus Spenden zusammengetragen. Vor einer großen Anzahl an Festteilnehmern hielt der "Vorsitzende des Festkommitees für die Errichtung des Bismarck-Denkmals", Sparkassenrendant Heinrich Frye, die Eröffnungsansprache.
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Am 16. September 1897 wurde das Kaufhaus unter der Firma Gebrüder Kaufmann, Textil- und Kurzwaren, von Arthur Kronheim mit fünf Angestellten eröffnet. Das Geschäftshaus wurde mehrfach erweitert und die Anzahl der Schaufenster stieg von anfangs 8 auf 19.
In alten Anzeigen wurden sogar 31 Schaufenster als "größte Sehenswürdigkeit von Eickel-Wanne" geschildert. Dieses trug dem Kaufhaus im Volksmund den Namen "Der Glaskasten" ein. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten Bomben das Gebäude.
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Dass die Fuhrleute auf dem alten Kohlenweg gern mal eine Pause für ein Glas Bier einlegten, zeigen die vielen Gaststätten. Auf der linken Seite befand sich der Gasthof Friedrich Dingebauer (später Heinrich Oelmann, Gasthaus "Zur Post");
Ihm gegenüber war die Gaststätte Jakobs, welche sogar über einen Saal mit einem Kino verfügte. Bei Dingebauer traf sich der Gesangsverein "Deutsche Treue", der Club "Abendsprache" und der Verein zur Wahrung geschäftlicher- und Handelsinteressen.
Holsterhausen - Die Gasometer der "Gaveg" an der Holsterhauser Straße um 1932.
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Die Bergwerksgesellschaft Hibernia gründete im Jahre 1925 mit der Gewerkschaft der Zeche Mont-Cenis die Gasverarbeitungs GmbH, die Gaveg. Von der Gaveg wurde 1926 zunächst in Herne-Sodingen eine halbtechnische Versuchsanlage errichtet, die 1927 durch eine Großanlage ersetzt wurde. Diese Anlage war bis 1931 in Betrieb. Im Jahre 1928 wurde von der Gaveg zur Verwertung des Koksofengases der beiden Kokerein der Zechen Shamrock 1/2 und 3/4 eine weitere Großanlage erbaut, das Stickstoffwerk Hibernia, wo der im Koksgas enthaltene Wasserstoff zu Stickstoff und schließlich zu Kunstdünger verarbeitet wurde.
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Auf der linken Seite befand sich das alte Postamt Holsterhausen. Es war ein roter Backsteinbau mit der Aufschrift "Kaiserliches Postamt". Das Postamt wurde von August Lindner aus Wanne verwaltet.
1918 wurde der Schriftzug "Kaiserliches" abmontiert; man konnte es aber auf den roten Ziegeln noch jahrelang lesen. Das langgestreckte Gebäude, von den Bäumen zum Teil verdeckt, ist das 1896 erbaute Fachwerkhaus des Bauern Friedrich Schlenkhoff, später der Gasthof "Zum alten Fritz".
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Angehörige der Familie tragen den Kindersarg unter großer Teilnahme zur Beerdigung. In der Gemeinde Röhlinghausen liegen drei Friedhöfe. Der älteste davon ist der evangelische Friedhof an der früheren Schulstraße, heute Auf der Wilbe.
Dieses Gelände wurde von den Landwirten Göddenhoff und Tüntmann erworben. Es wurde dann der evangelischen Gemeinde als Begräbnisplatz überlassen. Die Einweihung war im April 1896. Nach Bildung der katholischen Kirchengemeinde wurde vom Landwirt Stefflinghoff, genannt Erlemann, ein Grundstück an der Parkstraße, heute Günnigfelder Straße, erworben. Diese Friedhofsanlage wurde am 18. April 1901 eingeweiht. Die erste Beerdigung auf dem Kommunalfriedhof (Südfriedhof) an der Hofstraße erfolgte am 22. Dezember 1920, er hat eine Größe von 21500 Quadratmetern. Er wurde eingerichtet, als der katholische Friedhof zu klein geworden war.
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Der Hof lag direkt an der Grenze, die zwischen Bochum-Hordel und Röhlinghausen verläuft. Das alte Fachwerkhaus war ein Verwaltungsgebäude der dahintergelegenen Ziegelei. Es wurde in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Zeche Königsgrube aufgekauft, als man die Königsgruber Koloniehäuser mit den Klinkern der Ziegelei erbaute. In den späteren Jahren diente es als Wohnhaus. Ein Bruder des Milchhändlers Etterich, der ein Fuhrgeschäft besaß, wohnte auch auf diesem Hof. Die in der Nähe gelegene Zechenkolonie "Im Lakenbruch" der Zeche Königsgrube, wurde später auch im Volksmund "Etterich-Kolonie" genannt. Die hier gelegenen Straßen Am Lakenbruch und Im Lakenbruch erinnern an das Gutshaus Lakenbruch. Die Lake ist eine seichte Wasserstelle, ein Sumpf. Da in der Nähe auch der Hüller Bach floß, ist anzunehmen, daß der Lakenbruch ein Sumpfgelände gewesen ist, das an einer seichten Stelle des Hüller Bachs lag.
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Sie war der Treffpunkt zahlreicher Vereine und Bergleute der nahgelegenen Zeche Pluto-Thies. Hier am Tresen wurde so manche Anekdote erzählt, so wie diese: Am Zechentor der Zeche Pluto-Thies waren Kartoffeln für die Belegschaft angekommen. Der Magazinverwalter hatte die Aufgabe diese Kartoffeln gerecht zu wiegen und auf die Belegschaft aufzuteilen.
Die Bergleute und ihre Frauen brachten zu diesem Zweck die benötigten Säcke von zu Hause mit. Dem Bergmann August Smolinski fehlte für seine Ration noch ein Sack. Er mußte in die Kolonie zurücklaufen, um ihn zu besorgen. Seine Frau, die voll Stolz hinter ihrem Mann herschaute, konnte sich nicht enthalten, zu einer Nachbarin zu sagen: "Kiekt äs mienen Mann an, hä hätt `nen Gang wie`n Steiger!"
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Nach der Gründung des Amtes Wanne im Jahre 1875 waren die Amtsräume zunächst in zwei Privathäuser untergebracht, bis ein neues Amtshaus an der früheren Kaiser-Wilhelm-Straße, heute Am Alten Amt genannt, im Herbst 1877 bezogen werden konnte.
Trotz eines Anbaues im Jahre 1901 musste ein neues, größeres Amtshaus errichtet werden. Es wurde 1903/04 nach den Plänen des Architekten Zahn am Viehmarkt, später Schwerinstraße, heute Rathausstraße, im Neorenaissancestil erbaut. Nach dem Zusammenschluss der Ämter Eickel und Wanne wurde das Wanner Amtshaus zum Rathaus der Stadt Wanne-Eickel.
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Das im Bauhausstil erbaute Glückauf-Haus wurde im Dezember 1930 fertiggestellt. Bauherr war die Familie Bresser. Das 360 000 Mark teure Gebäude beherbergte im Parterre Ladenlokale, darüber befanden sich 25 Wohnungen mit 104 Zimmern.
Jede Wohnung besaß eine Dampfheizung und einen Baderaum mit fließendem Warm- und Kaltwasser. Das Gebäude zählte zur damaligen Zeit zu den modernsten der Stadt Wanne-Eickel. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Eckgebäude fast völlig zerstört. Anfang 1955 wurde das Glückauf-Haus in der heutigen Form wieder aufgebaut.
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Auf der rechten Seite befand sich das Westfälische Kaufhaus Paul Issels. Gegenüber lag das jüdische Haushaltswaren- geschäft von Max Samaskewitz.
Zur Werbung für sein Geschäft setzte sich der Kaufmann einst mit seiner Frau ins Schaufenster an einen gedeckten Tisch und tranken mit ihr Kaffee. Mit dieser Werbeaktion verursachte er einen kleinen Volksauflauf von Schaulustigen vor seinem Geschäft.
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Im rechten Eckhaus befand sich das Eisenwarengeschäft und die Schlosserei von Karl Triebel. Er rüstete die Kanalschiffer aus und nahm auch Schiffsreparaturen vor. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich die Gaststätte Broeldiek, heute Cranger Hof genannt. Die Vestische Straßenbahn gehörte von 1901 bis 1968 zum Bild des Ortsteils Crange. Die Gleise führten erst zur Gaststätte Becker und dann weiter über die Hertener Straße in Richtung Waldfriedhof nach Recklinghausen. Als der neue Kanalhafen 1913 in Betrieb genommen wurde, wurden die Schienen am Cranger Tor auf die Dorstener Straße und dann über die neue Kanalbrücke Richtung Herten verlegt.
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Der insgesamt 46 Kilometer lange Rhein-Herne-Kanal wurde in den Jahren 1906 bis 1914 angelegt. Sieben Schleusen helfen der Schiffahrt, den Höhenunterschied von rund 38 Metern vom Mittelwasser des Rheins bei Ruhrort bis zur Einmündung in den 1899 eröffneten Dortmund-Ems-Kanal zu überwinden.
Auf diesem Bild sind noch die alten Schiebetore zu sehen, die heute durch vertikalbewegliche Hubtore ausgewechselt sind. Eine kleine Lokomotive zog die Schleppkähne in die Schleuse hinein und auch wieder heraus.
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heute erinnert noch die gleichnamige Straße an die dörfliche Beschaulichkeit, wo folgende Fachwerkhäuser bis heute noch erhalten geblieben sind:
Altcrange Nr.3, erbaut 1784; Altcrange Nr. 4, erbaut 1748; Altcrange Nr. 6, erbaut 1747; Altcrange Nr. 7, erbaut 1804;
Altcrange Nr. 10, erbaut 1825; Altcrange Nr. 11, erbaut 1794; Altcrange Nr. 12, erbaut 1746.
Quelle: Lührig, Heinrich: Wanne-Eickel in alten Ansichten, Europäische Bibliothek - Zaltbommel / Niederlande 1992, ISDN 90 288 5419 3 / CIP
Lührig, Heinrich, Schmitz, Gerhard: Röhlinghausen in alten Ansichten, Die Damals Reihe Europäische Bibliothek - Zaltbommel / Niederlande 1998, ISDN 90 288 6535 7