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Ein Röhlinghauser Revolutionär
Auf den Spuren von Gustav Sobottka

von Heinrich Lührig


Die Wanne-Eickeler Heimatgeschichte verbirgt viele geschichtliche Geheimnise, eines davon wollen wir hier lüften, die Geschichte des Gustav Sobottka, er lebte über 30 Jahre in Röhlinghausen.

Gustav Sobottka wurde am 12. Juli 1886 in Torowen in Ostpreußen geboren. Die Familie siedelte 1895, Gustav war gerade neun Jahre alt, nach Röhlinghausen ins Ruhrgebiet über. In Röhlinghausen wuchs „klein Gustav“ auf, ging hier zur Schule und wurde 1901 auch in Röhlinghausen konfirmiert. Nach seiner Schulzeit arbeitete er auf der Zeche Königsgrube und wohnte in der Südstraße (heute Lakenbruch). Frühzeitig begann Sobottka sich politisch zu engagieren und setzte sich für die Rechte der Arbeiter ein. 1909 trat er den „Verband der Bergarbeiter“ bei. Im gleichen Jahr heiratete er die „Dienstmagd“ Henriette Schantowski. Im Jahre 1910 traten er, und 1912 seine Frau „Jettchen“, in die SPD ein. Doch seine politische Laufbahn war seinem Arbeitgeber, die Magdeburger Bergwerks AG nicht verborgen geblieben.

Allen vor ran, der „allgewaltige“ Daniel Bonacker, Direktor der Zeche Königsgrube, den Gewerkschaften und Parteien ein Dorn im Auge waren. Er höchstpersönlich entließ Gustav Sobottka, nachdem dessen SPD-Mitgliedschaft und Wahltätigkeit für die Sozialdemokraten bekannt geworden war. Auf der Zeche Pluto-Thies und später auf Shamrock 3-4 fand Sobottka neue Arbeit. Auch sein politisches Engagement setzte er fort. 1920 wählte man Sobottka sowohl in den Shamrock Betriebsrat als auch in den Eickeler Gemeinderat. Des Weiteren war er Mitbegründer der USPD, Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und trat in die KPD, Kommunistische Partei Deutschlands bei. Als Delegierter war Gustav Sobottka auch an der Vereinigung beider Parteien  beteiligt. Von 1921 bis 1932 wählte man Sobottka als Landtagsabgeordneten der KPD in den preußischen Landtag nach Berlin. Unaufhaltbar erklomm er die Politische Karriereleiter, nicht nur als Leiter der Industriegruppe Bergbau beim ZK der KPD, sondern auch hier in Eickel, als hauptamtlicher Gemeindevorsteher. 1930 zog es ihn nach Berlin, er wurde Generalsekretär des Internationalen Komitees der Bergarbeiter. Fünf Jahre später, nach der Machtübernahme der Nazis emigrierte Gustav Sobottka nach Moskau. Ende 1935 gelangten auch Henriette Sobottka und ihr jüngster Sohn Gustav über Paris in die Sowjetunion. Der älteste Sohn Bernhard blieb in Deutschland und starb im Sommer 1945, an den Folgen der Haft im Konzentrationslager. Der jüngste Sohn Gustavs, machte zunächst eine Ausbildung in Moskau, wurde dort als Mitglied einer „angeblichen“ Hitlerjugend Organisation im Februar 1938 verhaftet und starb im September 1940 in der Haft. 1945 kehrte Gustav Sobottka aus der Sowjetunion in die Sowjetische Besatzungszone zurück und leitete als Beauftragter des Zentralkomitees der KPD die „antifaschistisch-demokratische“ Umgestaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Im Dezember 1945 wurde er Vizepräsident der Zentralverwaltung für Brennstoffindustrie der DDR. Im August 1947 wurde Sobottka durch Befehl des Obersten Chefs der SMA, Marschall Sokolowski, zum geschäftsführenden Präsidenten dieser Verwaltung ernannt. Ab 1949 bis 1951 saß Gustav Sobottka im DDR Ministerium für Schwerindustrie. Doch sein gutes Verhältnis zur DDR-Führung währte nicht lange, er viel in „Ungnade“. Als er von Stalins Tod erfuhr, erlitt er einen Kreislaufzusammenbruch. Gustav Sobottka, der Revolutionär aus Röhlinghausen, starb vom 5. zum 6. März 1953 in Berlin. Seine Frau Henriette erfuhr seinen Tod während eines Kuraufenthalts, der Sag ihres Mannes wurde ihr später verplombt zur Beisetzung in Berlin übergeben.

 


Quelle: Interview mit Heimatfreund Gerhard Schmitz zum Thema: Auf den Spuren von Gustav Sobottka, vom Oktober 2006, geführt durch Heinrich Lührig. Dokumentationsfilm von Hans-Dieter Rusch: Nachdenken über Gustav Sobottka, 12. März 1996, erschienen im Filmverlag Havel-Barbelsberg. Fotoveröffentlichung: Mit Genehmigung des Havel Filmverlags Berlin.   


   
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