![]() |
||||||||||||
| Home | Gästebuch | Links | Impressum | ||||||||||||
![]() |
Du befindest Dich hier: Gebäude und Denkmäler / Stadthalle /
Die Stadthalle - von Heinrich Lührig
Die ehemalige Stadthalle war ein Zeugnis aufstrebenden Bürgerstolzes. Und selbst in der Bezeichnung "Käseglocke", die man ihr wegen der Form gegeben hatte, war nicht unbedingt etwas Abschätzendes. Die "Käseglocke", war seit der Stadtwerdung im Jahre 1926 immerhin so etwas wie ein kulturelles Bindeglied zwischen Wanne und Eickel.
Zur Eröffnungsveranstaltung am 26. Juli 1925 präsentierten sich in der neuen Stadthalle der Verkehrsverein Wanne-Eickel, der Kunstverein Wanne-Eickel, die Gesellschaft für Heimatkunde, sowie Handel und Gewerbe zur Werbewoche Wanne-Eickel - Röhlinghausen. War man bei der Eröffnungsveranstaltung noch froh, in Zeiten der leeren Gemeindekassen ein so großes Gebäude errichte zu haben, scheiterten aber des weiteren die guten Vorsätze für gemeinsame Veranstaltungspläne der Erbauer am eng geschnürten Stadtsäckel. So stand die Stadthalle meistens leer. Dies änderte sich schlagartig zum Tag der "Stadtwerdung", wie die Wanne-Eickeler Zeitung am 1. April 1926 berichtet: Punkt 17.00 Uhr wurde an diesem Tag für die Neubürger ein Stunden- Mannschaftsrennen der Radfahrer ausgetragen. Der Sport hatte fortan einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadthalle, obgleich sie dafür gar nicht so gut geeignet war. So mussten Sportgeräte provisorisch hinter Vorhängen versteckt werden, da entsprechende Räumlichkeiten noch nicht vorhanden waren. Für die Ausstattung der Turngeräte hatte sich der Gymnasiallehrer Paul Käse eingesetzt. Ihm zu Ehren und wohl auch wegen der äußeren Form des Bauwerks, stand sein Name Pate, als die Stadthalle im Volksmund den Beinamen "Käseglocke" erhielt.
Weniger frohsinnig ging es dann ab 1930 in der Stadthalle zu. Nationalsozialistische Auftritte aller Couleur und Großkundgebungen wechselten einander ab, man ließ Hitlersche Reden per Rundfunk in die Halle übertragen. Höhepunkt dieses Trubels war der 9. November 1933. Es war jener Tag, an dem Oberbürgermeister Günnewig den Reichskanzler Adolf Hitler zum Ehrenbürger der Stadt Wanne-Eickel proklamierte. 17 Jahre nach der feierlichen Eröffnung kam dann das Aus für die Stadthalle. Am 17. Januar 1942 äscherte ein Brand gegen 21.15 Uhr nach einem Konzert des Reichsmusikzuges des Reichsarbeitsdienstes die Halle bis auf die Grundmauern ein. Die Stadthalle wurde nicht wieder aufgebaut. Seitdem benutzen die Wanne-Eickeler den städtischen Saalbau im Wanner Stadtgarten. Heute erinnert an dem Ort wo einst die Stadthalle stand eine Info-Tafel der Gesellschaft für Heimatkunde. Quelle: Wanne-Eickeler Zeitung vom 25. Juli 1925. Unsere Stadt, Bürgerillustrierte der Stadt Herne, S. 26 ff. Architekturführer Herne, S. 45. |
|||||||||||
| Wanne-Eickeler Jungs zeigen Wanne-Eickel | ||||||||||||