Edmund Weber, von Heinrich Lührig
Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Wanne-Eickel Edmund Weber erblickt am 21. September 1897 in Gebesse bei Erfurt das Licht der Welt. Sein Lebensweg führte ihn 1919 nach Wanne. Seine berufliche Karriere begann Edmund Weber 1920 als Bergmann auf der Zeche Pluto. Er wurde Gewerkschaftsmitglied und schließt sich der sozialistischen Arbeiterbewegung an. Nach zwölf jähriger Tätigkeit als Bergmann zwingt ihn eine Kriegsverletzung aus dem Ersten Weltkrieg zum Berufswechsel, so wird aus dem Knappen ein Versicherungsangestellter.
Er tritt der Volksfürsorge bei und wird Vorsitzender der Wanne-Eickeler Ortsgruppe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Edmund Weber am 4. Dezember 1945 Mitglied der Stadtvertretung Wanne-Eickel. Am 14. Dezember 1945 fand dann die erste Stadtverordneten-Sitzung im beisein des Kreiskommandanten Major Fox, und des Regierungspräsidenten Fries statt. Die erste freie Stadtverordnetenwahl wurde am 13. Oktober 1946 abgehalten. Ein paar Tage später wurde dann in einer Sitzung der Stadtverordneten Heinrich Weidemann zum Oberbürgermeister gewählt.
Bei der zweiten Wahl am 17. Oktober 1948 wurde dann Edmund Weber zum Oberbürgermeister gewählt, sein Amt trat er am 2. November an. Mit 21 Amtsjahren die folgen sollten hält er den "Rekord" in seiner Stadt.
Er, ein Mann aus dem Volke, war äußerst populär und kontaktfreudig. Erfahrung und Umsicht machten ihn bei den Bürgern beliebt. Edmund Weber kannte die Sorgen der "einfachen Leute", hatte er doch seine Karriere im Bergbau begonnen. Von ihm gingen bedeutende Impulse für den Wiederaufbau unserer Stadt aus, als es galt, aus Ruinen wieder neues Leben erstehen zu lassen.
Seine große Erfahrung und die sprichwörtliche Umsicht wurde auch über die Grenzen Wanne-Eickels hinaus geschätzt. So gehörte er seit 1956 der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe an sowie zum Beirat der Landes- und Wasserschutzpolizei.
Als Kriegsverletzter des Ersten Weltkrieges wurde Edmund Weber sehr bald auf die Nöte der Kriegsopfer aufmerksam und trat dem Reichsbund der Kriegsopfer und Zivilgeschädigten bei, wurde dessen Kreisvorsitzender und später Mitglied des Bundesvorstand des "Reichsbundes". Große Verdienste sind ihm auch beim Wirken für die Arbeiterwohlfahrt zuzurechnen.

Im Jahre 1952 verlieh ihm die Stadt Wanne-Eickel den goldenen Ehrenring. An weiteren Ehrungen hat es nicht gefehlt, so bekommt er 1962 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Am 27. November 1969, nach genau 21 Dienstjahren als dienstältester Oberbürgermeister in Nordrhein-Westfalen, beendet Edmund Weber, 72-jährig sein Amt. Anlässlich seiner Verabschiedung wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wanne-Eickel ernannt.
Nach schwerer Erkrankung verstarb der einst so beliebte Oberbürgermeister Edmund Weber am 11. Juni 1970, seine Ruhestätte fand er in der Familiengruft auf dem Waldfriedhof.

Zu Ehren des Stadtoberhauptes, beschließt am 14. November 1974 der Rat der Stadt Wanne-Eickel die Bochumer Straße zwischen Eickel und Röhlinghausen in Edmund-Weber-Straße um zu benennen.


Quelle: Stadt Herne: Herne von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, Herne 1995. Auszüge aus der WAZ vom 20. September 1997.
