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Das war`n noch Zeiten. Ein Stück Cranger Kirmes im Rückblick
von Heinrich Lührig

Eher bescheiden waren die Anfänge der heutigen Cranger Kirmes, die bis heute ein wenig im Dunkeln liegen. Zwei Jahreszahlen, die mit ihrer Entstehung eng verknüpft sind, können jedoch belegt werden. Im Jahre 1369 wird erstmals der Wildpferdeauftrieb im Emscherbruch erwähnt, und seit 1449 ist das Laurentiusfest aktenkundig. Seit 1935, als mit großem Programm die 500. Cranger Kirmes gefeiert wurde, gilt das Jahr 1435 als Geburtsjahr des bedeutendsten Volksfestes im Ruhrgebiet.

Anfang der 30er Jahre war die Cranger Kirmes noch eine reine Dorfkirmes. Dieses geht aus der Wanne-Eickeler Zeitung vom 12. August 1932 hervor, in der zu lesen ist: "Emsiges Treiben herrschte schon gestern im Dorf Crange. An allen Ecken und Enden wurde gehämmert, gezimmert und Leinwand gespannt. Eine hübsche Zeltstadt ist wieder mal entstanden, mit Attraktionen aller Art."

Seit 1946 findet die Cranger Kirmes stets an fünf Tagen (vom Freitag bis zum Dienstag) statt. Der Pferde- und Viehmark wurde auf den Freitagmorgen gelegt.

 

Das Wanne-Eickeler Tageblatt berichtet im Jahre 1957 wie folgt:         Die Cranger Kirmes wird nach Münchener Muster erstmals offiziell eröffnet. Zum Eröffnungsakt im Bayernzelt wurden 200 Ehrengäste geladen. Mit Fünf Böllerschüssen eröffnete Oberbürgermeister Weber die 522 Cranger Kirmes. Attraktionen waren: die Liliputstadt, der Zeppelin, Feldls Weltenbummler, eine raffinierte Einschienbahn mit Geisterkammer und ein zweites Bayernzelt mit Kähte, die neun Jahre im Münchener Hofbräuhaus kellnerte. Auch der Sonderstempel von der Kirmes war stark gefragt. Die Poststelle befand sich in der Cranger Schule. 141 Schausteller waren in diesem Jahr gemeldet.       

 Anfang der 60er Jahre hatte der eigentliche Kirmesplatz bereits beachtliche Ausmaße angenommen.

 




Plakat 1960

Das Offizielle Organ des Deutschen Schaustellerbundes, der Komet berichtete in seiner Ausgabe vom 30. August 1961 wie folgt: „Mehr als 350 Schausteller waren nach Wanne-Eickel gekommen. Allein 37 Fahrgeschäfte sorgten für die Unterhaltung der Jugend und der sich jung fühlenden Alten. Liliputaner-Circus Schäfer und das 28 Meter hohe Riesenrad waren besondere Anziehungspunkte. Alles aufzuzählen, dafür reicht der Platz nicht aus. Die Kirmesstraßen waren von über 50 Lichtbögen überspannt, überhaupt, die ganze Kirmes war ein wahres Lichtermeer.“

So berichtet das Wanne-Eickeler Tageblatt 1960:Bei der Eröffnungsveranstaltung durch Oberbürgermeister Edmund Weber waren am Abend um 19 Uhr im Bayernzelt kaum noch Stühle frei. Dieser Abend gehört traditionsgemäß den Wanne-Eickeler Besuchern. Die Sensation an diesem Abend war das Eröffnungsfeuerwerk. Es donnerte zehn Mal und die 525 Cranger Kirmes war offiziell eröffnet. Außerdem stiegen zwei Raketen in den Himmel und entrollten zwei Stadtflaggen mit der Aufschrift: „525 Jahre Cranger Kirmes“. Des Weiteren waren 379 Schausteller in Crange dabei. 2500 Plakate wurden in DIN A0 gedruckt.










Plakat 1963


Plakat 1964

Im Jahre 1964 musste das alte Wanne-Eickeler Stadtwappen für das Kirmesplakat herhalten. Der Emscherbrücher entschwebte, getragen von bunten Luftballons in die Luft.




Plakat 1965


Plakat 1966

Im Jahre 1965 berichtet der Komet Korrespondent: „Die Cranger Kirmes starte mit 10 Böllerschüssen, 700 Ehrengästen und ca. 10 000 Glas Bier. Um an die Tradition des Pferdemarktes anzuknüpfen findet auf dem Sportplatz Wanne 1911 ein Reit- und Springturnier mit Qlympiasieger Harry Boldt statt. Attraktion in diesem Jahr ist das Riesenrad >Jupiter< und das Pressluft-Karussell >Titan<. Bis zum Ende der fünf Veranstaltungstage werden insgesamt 1,8 Millionen Besucher gezählt.“

Im Jahre 1966 heißt es: „Bereits am ersten Veranstaltungstag sollen 300 000 Besucher das Cranger Tor passiert haben. Erstmals werden den Besuchern Rundflüge über den Kirmesplatz per Hubschrauber angeboten, wovon reichlich Gebrauch gemacht wird. 15 000 Hektoliter Bier werden auf dem Festgelände getrunken. Rund 60 Fahr- und Belustigungsgeschäfte teilen sich mit mehreren hundert weitern Geschäften aller Art das 50 000 qm große Kirmesareal.“




Plakat 1967


Plakat 1968


Im Jahre 1967 berichtet der Chronist:        „Kurvennackte Haut hält in Crange Einzug. In einer Schaubude wird – angeblich erstmalig – Striptease angeboten. Bei den Fahrgeschäften macht die erstmals platzierte Bayern-Kurve als schnellste Bob-Bahn Europas bei den Kirmesbesuchern ihrem Namen alle Ehre.“

 

Im Jahre 1968 gibt es folgendes zu berichten:       „Gerüchte um den Fortbestand der Cranger Kirmes machen die Runde. Oberbürgermeister Edmund Weber betont in seiner Eröffnungsrede vor rund 3 000 Besuchern, die Cranger Kirmes hat so viele Jahrhunderte überstanden und wird nach meinen Dafürhalten weitere zahlreiche Generationen erfreuen! Erstmals wird – trotz  negativen Ratsbeschlusses- wieder geboxt und gecatcht, allerdings ohne Schaukämpfe auf der Parade. 3 000 Plakate, bedruckt mit einem Paukenschläger werben für die Cranger Kirmes.“




Plakat 1969


Plakat 1970


Im Jahre 1969 berichtet die WAZ:              „42 Grad Celcius werden im Festzelt gemessen, als der scheidende Oberbürgermeister  Edmund Weber die Cranger Kirmes offiziell eröffnet. Unter den Sauna-Temperaturen leiden nicht nur die Gäste, sondern insbesondere auch die Künstler – bis auf den dunkelhäutigen Roberto Blanco, der mit Zugaben nicht geizt. Als die Neuheit unter den Fahrgeschäften wird der Zeppelinflug bestaunt. Als weitere Kirmes Hits gelten Jet-Star, Mondlift und Mirage.“

 

Im Jahre 1970 heißt es:        „In seiner Eröffnungsansprache sorgt der neue Oberbürgermeister Manfred Urbanski für Klarheit, als er sagte: „Sie alle, werden auch in Zukunft nach Crange kommen müssen, weil unser Volksfest, die Kirmes, in Crange bleiben wird!“




Plakat 1971


Plakat 1972


Im Jahre 1971 wird berichtet:          „Nach wie vor strebt der spitze Turm der kleinen Laurentiuskirche am Rande der Kirmes mit seinem Posaunenengel himmelwärts. Täglich stehen hier Geistliche, unter dem Motto: 15 Minuten für Gott“, allen Kirmesbesuchern um 19.30 Uhr zur Verfügung. Stargast der Eröffnungsveranstaltung ist Peter Rubin. Auf dem Festgelände buhlen u.a. die Neuheiten wie Jet-Star 2 und Flitzer um die Gunst der Besucher.“

 

Im Jahre 1972 gehören Fernsehen und Rundfunk zu den ständigen Beobachter der Cranger Kirmes, sie berichten folgendes:             „Draußen regnet es in Strömen als Oberbürgermeister Manfred Urbanski das erste Hülsmann Fass ansticht und die Cranger Kirmes 1972 offiziell eröffnet. Im Rathaus wird für eine Verdoppelung der Kirmestage von fünf auf zehn Tagen geplant. Die Neuheiten der 537. Cranger Kirmes heißen Hitachi Express und Jumbo-Jet.“


Im Jahre 1973 berichtet die WAZ:              „In diesem Jahr geht die Cranger Kirmes erstmals über eine Distanz von 10 Tagen. Zahlreiche Werbekampagnen und Sonderaktionen, durch Otto Weigel auf den Weg gebracht, sollen dazu beitrage, dass dieses Wagnis gelingt. Hierzu sind drei Achterbahnen, zwei Riesenräder (20 und 40 Meter hoch) fünf Skooter, ein Wasserskooter, drei Schau- und sieben Belustigungsgeschäfte sowie 24 Fahrgeschäfte aller Art, darunter die Neuheit Troika, Happy Street 2000, Wellenflieger und Monster aufgeboten.“




Plakat 1974

Im Jahre 1974 berichtet der Chronist:        „Um die Besucherzahlen für die Cranger Kirmes zu steigern werden bei der Werbung ungewöhnliche Wege gegangen. 500 000 Brote von heimischen Großbäckerein in Verpackung mit dem Kirmesemblem weißen auf die Großveranstaltung in NRW hin. Auf dem Sportplatz Wanne 1911 findet am Nachmittag des 8. August ein >Historischer Pferdefang< statt. Die Besucherzahl steigt auf rund 2,5 Millionen Kirmesbesucher.“


Im Jahre 1975 wird wie folgt berichtet:       „Aufgrund der Gebietsreformen findet die Cranger Kirmes erstmals in < Herne > statt. Das sorgt bei der Bevölkerung im Ruhrgebiet für große Verwirrung. Da jedoch bei der Organisation die bisherige Wanne-Eickeler Mannschaft federführend ist, gibt es außer der neuen Etikettierung noch keine entscheidenden Veränderungen. Die Neuerscheinungen sind in diesem Jahr die Petersburger Schlittenfahrt und das Pferdekarussell Alt Wien. Negativ bemerkbar machen sich vor allem während der Wochentage die wieder sehr hohen Temperaturen. Dies hat eine Besucherrückgang auf 2,3 Millionen Gäste zu folge.“

 

Im Jahre 1976 berichtet der Komet:           „Mittels einer überragenden Werbekampagne und der wiederum starken Besetzung gelingt es den Organisatoren die Besucherzahlen bei hervorragenden Witterungsbedingungen von 2,3 Millionen auf 3,2 Millionen zu steigern. Der schier unerschöpfliche Ideenreichtum Otto Weigels trägt entscheidend dazu bei, dass auch an den Wochentagen überdurchschnittlich viele Besucher kommen. Den Schaustellern stehen zur 541 Cranger Kirmes insgesamt 67 000 qm Ausstellungsfläche zur Verfügung. Zu den Fahrgeschäftsneuheiten zählen in diesem Jahr eine neue Version des Mondlifts.“

 

Im Jahre 1977 heißt es:        „Der absolute Hit in diesem Jahr auf der Cranger Kirmes ist der Fliegende Holländer. Das Anmieten privater Fläche erweißt sich in diesem Jahr als großes Handicap. Die Aufgaben Fritz Bredenbrökers werden erstmals von Bernd Westermeyer übernommen. Das Kirmesgelände dehnt sich auf 70 000 qm aus. Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung war das >Kanalfest<. Über hundert mit Fackel beschmückte Boote sowie eine Wasserorgel sorgten auf dem Rhein-Herne-Kanal für eine außergewöhnliches Spektakel.“

 

Im Jahre 1978 berichte die WAZ:               „Für die 543. Cranger Kirmes konnte 10 000 qm neues Kirmesgelände hinzu gewonnen werden. Als wichtiges Ereignis wird allerdings die Premiere des Looping-Star von Bruch und Kinzeler eingestuft. Damit ist erstmals wieder seit 1952 eine Looping-Acht auf Reise. Als der Looping-Star bereits einen Tag nach einem glimpflich verlaufenen Unfall wieder fahrbereit ist, schlagen sich die Kirmesbesucher um die Karten. Zum Kirmesausklang kann man auf einen neuen Besucherrekord von 3,5 Millionen Besuchern zurückblicken.“

 

Im Jahre 1979 berichtet der Komet:           „Zahlreiche Fahnen von Schaustellervereinen umrahmen den ersten gemeinsamen Schausteller-Gottesdienst mit der evangelischen Kirchengemeinde Crange im Bayernzelt. Rund 2 000 Gläubige hören die Predigt von Pastor Pangritz. Das mittlerweile auf 80 000 qm große Kirmesgelände schrumpft in diesem Jahr auf Grund eines gekündigten Pachtvertrages der Firma Schwing um 20 000 qm. Die Organisation der Cranger Kirmes liegt diesmal in den Händen von Ordnungsamtsleiter Schlegel, er löste Otto Weigel ab.“

 

Im Jahre 1980 berichtet die WAZ:              „Erstmals seit Jahren ist der Besucherstrom der Cranger Kirmes rückläufig. Fachleute schreiben dies in erster Linie der Hitzewelle an den ersten drei Tagen zu, wodurch die Veranstaltung erst relativ spät in Schwung kommt. In diesem Jahr können die Veranstalter wieder auf 85 000 qm Kirmesgelände zurückgreifen Die Neuheiten in diesem Jahr sind u.a. American-Loop und Moon-Raker.“

 

Im Jahre 1981 weiß der Chronist zu berichten:                 „Während der Eröffnungsveranstaltung im Bayernzelt sorgte Mike Krüger mit seinem Ulk-Hit > Du musst den Nippel durch die Lasche ziehen < für gute Stimmung. Eine spektakuläre Neuheit in diesem Jahr ist das 360 Grad-Kino. Ein Hubschrauber fliegt die erste Filmrolle ein. Weitere Neuheiten in Crange sind u.a. Fliegender Teppich, Big Monster, Para-Tower, Ranger und die Stockwerkgeisterbahn Schloß Dracula. Die im Aussterben begriffene Sparte Schau ist gleich viermal vertreten: Die Unternehmen Der Gigant, Night Fever, Box-Sport und Berliner Luft bieten etwas für jeden Geschmack.“ 






Im Jahre 1982 heißt es:        „Die enormen Attraktivität des großen Festplatzes lässt keine Kirmeswünsche offen. Crange unterstreicht seinen Ruf als größtes Volksfest des Ruhrgebiets, es werden über 3 Millionen Besucher gezählt. Die Doppel-Looping-Bahn < Colossus > ist in diesem Jahr das Ziel aller Achterbahn-Freaks.“

 

Im Jahre 1983 heiß es im Komet:   „Die 548. Cranger Kirmes kann als Granate bezeichnet werden. Gleichzeitig wird aber eine überregionale Werbeaktivität für die Cranger Kirmes angemahnt. Herausragende Neuheit dieses Jahres ist die Wildwasserbahn und die Himalaya-Bahn, die größte transportable Stahlachterbahn der Welt.“






Im Jahre 1984 berichtet der Chronist:        „Neuer Mann an der Spitze des Cranger Organisationsteams ist Werner Schuchna, Leiter des Ordnungsamtes. Für Oberbürgermeister Manfred Urbanski ist es die letzte amtliche Cranger Kirmes. Neu in Crange sind in diesem Jahr die Fahrgeschäfte Fantastische Reise und Disco-Play. Ein überaus attraktives Fahrgeschäft stellt die Himalaya-Bahn und das 55 Meter hohe Münchener Riesenrad da, das zum Wahrzeichen der Cranger Kirmes wird. Erstmals werden Froschschenkel als Kirmes-Delikatesse angeboten, was die Tierschützer auf den Plan ruft.“

 

Im Jahre 1985 schreibt die WAZ:               „Erstmals eröffnet der neue Oberbürgermeister Willi Pohlmann mit dem Schlachtruf > Piel op no Crange < die 550. Cranger Kirmes. Erstmalig wird am Eröffnungsabend ein Feuerwerk abgebrannt. Der Festplatz wird von zahlreichen Neuheiten geprägt darunter die Fahrgeschäfte Condor, Sky-Rider, Breakdance, Hexentanz und Traumboot sowie das Belustigungsgeschäft Magic House. Das Ziel der Veranstalter in diesem Jahr die 3 Millionen Besucher Grenze deutlich zu übersteigen wurde verfehlt.“




Plakat 1986

Im Jahre 1986 berichtet die WAZ:  „Der Kommunalverband Ruhrgebiet betreibt die Werbekampagne > Die Cranger Kirmes ist los < um das Image der Großveranstaltung am Rhein-Herne-Kanal weiter aufzupolieren. Das Ergebnis ist ein deutlicher Besucherzuwachs, rund 3,5 Millionen Besucher werden ermittelt. Spektakuläre Neuheit in diesem Jahr ist ein Fahrgeschäft mit völlig neuen Dimensionen, der Vierfach-Looping Thriller. Der Kommunalverband Ruhrgebiet würdigt die Schaustellerin Else Schäfer (78) mit dem Ehrentitel > Bürgerin des Ruhrgebiets <.“









Im Jahre 1987 heiß es im Komet:  „Aus 520 Beschickern setzt sich die rekordverdächtige Cranger Kirmes diesmal zusammen. Erstmals gastiert mit Black Hole eine Achterbahn im Dunkeln auf Crange. Weitere Neuheiten auf dem 85 000 qm großen Kirmesgelände sind, Inferno, 3D-Cinema und die Geisterschlucht. Ihr Blickfang, ein riesiger, sechs Tonnen schwerer und lippensynchron sprechender Affe. Er wird spektakulär mit einem Bundeswehr-Hubschrauber von den Düsseldorfer Rheinwiesen auf den Platz am Rhein-Herne-Kanal eingeflogen. In diesem Jahr werden seitens der Stadt 200 000 DM für die Kirmeswerbung ausgegeben.“





Plakat 1987



Plakat 1988

Die WAZ berichtet 1988: „Der seit zwanzig Jahre bestehende Kirmes Festzug führt, einem Wunsch der örtlichen Kaufmannschaft entsprechend, erstmals durch die Innenstadt Wanne-Eickels. Zum fünften Mal erstellt die Druckerei Siebold ihr betriebseigenes Kirmesplakat, deren Zentralermittelpunkt das Firmenlogo der Löwe ist. Als Trendsetter erweisen sich in diesem Jahr die zahlreichen herausgeputzten Biergärten. Zu den prominentesten Besuchern der Cranger Kirmes 1988 zählt NRW-Minister Hermann Heinemann, der mit Oberbürgermeister Willi Pohlmann der Großschaukel Alte Liebe einen Besuch abstattet.“








Im Jahre 1989 berichtet der Chronist:        „Erstmals wird die jahrelang gültige Höchstmarke von 3,5 Millionen Besuchern um rund 300 000 überschritten. Erstmalig wird im WDR ein 20 Sekunden langer Werbespots zur Cranger Kirmes ausgestrahlt. Von den über 3 000 Plakaten zur Cranger Kirmes wird eine Reihe von Kirmesplakaten von selbstbewussten Wanne-Eickelern mit dem Hinweis, dass das größte Volksfest des Reviers nicht in Herne sondern in Wanne-Eickel stattfindet überklebt.“








Plakat 1989



Plakat 1990

Im Jahre 1990 heißt es:„Das größte Volksfest im Revier feiert den 555. Kirmesgeburtstag. In der Presse ist zu lesen; begleitet vom Donner der Böllerschüsse eröffnet um 11.15 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von weit über 30 Grad Oberbürgermeister Willi Pohlmann die Cranger Kirmes. Genauso gekonnt wie in den Vorjahren schlug der OB zum ersten mal kein Hülsmannbier-Fass, sondern ein Bierfass aus Bremen an. An der Dorstener Straße zündeten unbekannte Brandstifter die beiden King-Kong-Figuren an. Es entstand ein Sachschaden von 500 000 Mark. Erstmals wird im Jubiläumsjahr neben den hochmodernen Fahrgeschäften auch einem schmucken Nostalgiemarkt mit Historischen Karussells und Buden Rechnung getragen. Technische Neuheiten sind Indogo, ein Teppich der nicht nur vor und rückwärts, sondern auch seitwärts fliegen kann.“








Plakat 1991

Im Jahre 1991 ist in der Presse zu lesen:   „Es ist schon längst kein Geheimtipp mehr, der Vorabend der Cranger Kirmes. War es in der Vergangenheit vor allem Mitglieder der Gesellschaft für Heimatkunde, die sich am Vorabend trafen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, so hat sich die inoffizielle Eröffnung am Vorabend längst über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Zum Abschluss des Bürgerabends fehlten dem Festwirt Uwe Hölzgen 5 000 Bierkrüge. Erstmals nach 41 Jahren wurde die Reisemetzgerei von Willi Kebben und die Konditorin Else Fackler zur Cranger Kirmes nicht zugelassen. Mit einem Besucherrekord von 4 Millionen Besuchern verabschiedete sich die 556. Cranger Kirmes.“


Im Jahre 1992 berichtet die WAZ:              „Neuste Planung der Herner Stadtverwaltung sorgt in Eickel für Unruhe. Verkürzter Kirmesumzug ab Wanne-Süd stößt bei der Bevölkerung auf starken Protest. In Eickel standen die Bürger Schlange, um sich in die ausgelegten Unterschriftenlisten einzutragen. Innerhalb von zwei Stunden wurden im Februar 1 800 Unterschriften für die alte Festzugstrecke gesammelt. Zum Ortstermin im März heißt es nach einer halben Stunde Debatte hierzu, es bleibt alles wie es immer war. Das Kirmesplakat in diesem Jahr wurde gestaltet vom Stadt-Graphiker Helmut Bettenhausen, nach einem Motiv des Fotografen Norbert Brenski. Auf 82 500 qm Platzgröße befinden sich 430 Geschäfte, fünf Hochgeschäfte vom Vierfach-Looping bis zur Wilden Maus, drei Geisterbahnen, 15 Rundfahrgeschäfte, 14 Schau- und Belustigungsgeschäfte vom Rock`n Roller bis zum Kettenkarussell und Variete-Shows.“ Am Rande erregt folgende Anzeige in der WAZ die Wanne-Eickeler Kirmesfreunde:

 

Im Jahre 1993 gibt es folgendes zu berichten:       Das diesjährige Kirmesplakat wird bereits zum dritten Mal in Folge durch das Team Bettenhausen und Brenski gestaltet. Der Pferdemarkt an der Friedrich-Brockhoff Straße wird von Jahr zu Jahr kleiner. Die Anzahl parkender Autos übersteigt mittlerweile deutlich die Zahl der angebotenen Pferde. Viele Beschicker sind verärgert dass die Stadt Herne dem Auto soviel Platz opfert und kommen deshalb nicht mehr. Bei der Eröffnungsveranstaltung vor rund 3 500 Gästen präsentiert Dunja Rajter ihre Welthits. Immer mehr High-Tech verdrängt die Nostalgie auf der Cranger Kirmes. Der Düsseldorfer Vogel-Jakob wird in diesem Jahr am Cranger-Tor zum letzten mal gesehen.“


Cranger Kirmes 1994


Im Jahre 1994 weiß der Chronist zu berichten:" 'Kinderaugen sehen die Cranger Kirmes', unter diesem Motto startet die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel, nach einer Idee ihres Mitglieds Heinrich Lührig, einen Malwettbewerb für die Plakatgestaltung des größten Volksfestes in NRW. Unter den 200 Einsendern kann die Zeichnung des neunjährigen Hendrik Schneider aus Börnig die fachkundige Jury unter Leitung des Oberbürgermeisters Willi Pohlmann überzeugen.

Zum 559. Mal öffnet die Cranger Kirmes ihre Tore. Der Kunstschmied Constantin Costaras, der das Tor einst schuf, ersetzt die letztjährige 8 durch die 9. Mit 3,5 Kilometer Länge stellt der Kirmesumzug einen neuen Rekord auf, den ca. 80 000 Menschen verfolgten. Die Neuheiten sind, Krinoline ein Nachbau des berühmten Familienkarussells vom Müncher Oktoberfest, das Geisterhaus und das Abenteuer mit Dinosauriern und Insekten, genannt 'Jurassic Park'. Die beliebte Nostalgie-Achterbahn Wilde Maus kurvt vorerst ein letztes mal in Crange."


Cranger Kirmes 1995

Im Jahre 1995 heißt es: "Premiere und Abschied. Für Wolfgang Becker ist es die erste Cranger Kirmes in seinem Amt als Oberbürgermeister, für Werner Schuchna hieß es Abschied nehmen. Auch Abschied nimmt Crange von der Wahrsagerin Miss Tomasini, die mit 88 Jahren in den Ruhestand geht. Seit 1950 war sie in ihrem hellblauen Bretterwagen am Kirmeseingang Heerstraße nicht zu übersehen. Alte Brautradition und ein Stück Wanne-Eickeler Geschichte wird durch Sudkessel und dem Hülsmannschen Holzfass, dass für den Fassanstich auf der Cranger Kirmes verwendet wurde, im neuen Biergarten von Constantin Costaras wiederbelebt. Die 560. Cranger Kirmes muß ohne die Sensation 'Euro-Star', eine Achterbahn der Familie Bruch, beginnen."


Cranger Kirmes 1996


Im Jahre 1996 berichten die Sonntagsnachrichten: "Erstmals Sponsoren für die Kirmes. Als drittgrößtes Volksfest in Deutschland versucht die Stadtverwaltung Herne mit dem Hauptsponsor, der Bitburger-Brauerei eine neue Strategie, um nicht nur das Image der Cranger Kirmes, sondern auch das der Stadt Herne aufzupolieren. Die bekannte Windmühle als Kirmes-Symbol wird durch das Maskottchen eines Emscherbrücher Pferdes, mit Namen 'Fritz', gestaltet von Dietmar Kremer nachempfunden.

Auf eine alte Tradition dagegen, die auf ihnen gründet, wird immer weniger Wert gelegt, dem Pferdemarkt. Aber dafür ist das Maskottchen Fritz jetzt online im Internet.


Cranger Kirmes 1997


Im Jahre 1997 erschüttert folgende Nachricht Crange:"Per Eilverfügung ordnet die Bezirksregierung an, die Cranger Kirmes nur noch im Zwei-Jahre-Rhythmus stattfinden zu lassen. Der halbseitige Aprilscherz der WAZ schlug bei vielen Lesern wie eine Bombe ein. Richtig war aber die Nachricht, das Volksfest als wichtigen Bestandteil des Brauchtums unter Denkmalschutz zu stellen, ein Wunsch seitens der Schausteller.

Mit dem schottischen Musik-Comedy-Duo Ward Brothers und der Sängerin Mary Ross eröffnet OB Wolfgang Becker mit Innenminister Franz Kniola die 562. Cranger Kirmes. Neue Attraktion ist das Laufgeschäft von Hollywood Dreamland, Skater und Flying Circus. Erstmals präsentiert Jörg Sobota das Kirmeslied 'Einmal im Jahr...', dass mit rund 1 000 Aufnahmen schnell vergriffen ist. Eine Bronzeskulptur besonderer Art stiftet Bernd Steinmeister der Cranger Kirmes. Das 400 kg schwere Kirmessymbol Fritz. Seinen Standplatz, auf einem erhöhten Sockel, findet er an der Hauptstraße Ecke Dorstener Straße. Beim Abtransport des Thriller rammt ein Sattelschlepper des Schaustellers Oskar Bruch das gerade einmal sieben Jahre alte Cranger Tor. Trotz Regen zu Beginn und großer Hitze am Ende lockt die Kirmes 3,8 Millionen Gäste an."


Cranger Kirmes 1998


 Im Jahre 1998 heißt es in einer Anzeige:"Der Pott kocht in Crange. Mit 400 Großwerbeflächen in zwölf Städten wird auf das Volksfest am Kanal aufmerksam gemacht. Assistiert von Ministerpräsident Wolfgang Clement eröffnet der OB Wolfgang Becker um 11.16 Uhr mit dem Fassanstich die 563. Cranger Kirmes.

Ihr 150. jähriges Schausteller-Jubiläum feiern auf Crange die vier Brüder Franz, Oscar, Harry und Willi Bruch, die mit ihren Fahrgeschäften und gastronomischen Betrieben auf der Cranger Kirmes vertreten sind. Die Attraktionen in diesem Jahr sind u.a. das Theater der Sinne -Sensorium,- eine einmalige Laser-Show in drei Dimensionen. Unter neun Mitbewerberinnen zur Kirmes-Königin konnte sich die 19 Jahre alte Tanja Neumann aus Wanne-Eickel durchsetzten. Knapp 4 Millionen Gäste kann die diesjährige Cranger Kirmes verzeichnen."


Cranger Kirmes 1999


 Im Jahre 1999 wird wie folgt berichtet: "Als echte Patrioten outen sich die Mitglieder der Kolpingfamilie Wanne-Eickel. Sie verteilen am Eröffnungstag Handzettel, um einen Beitrag zur Orientierung zu leisten. Auf den Handzetteln steht unmissverständlich 'Größtes Volksfest im Ruhrgebiet - in Wanne-Eickel'.

Desweiteren korrigieren Wanne-Eickeler Freunde die von der Stadt aufgehängten Großplakate mit der Aufschrift 'Cranger Kirmes in Herne'. Das Wort Herne wurde mit Schildern, die die Aufschrift Wanne-Eickel statt Herne tragen, überdeckt. Von Plakatschändern, die in einer Nacht- und Nebelaktion vorgingen, spricht dagegen die Stadt Herne. Erstmals ertönen die Böllerschüsse vor dem offiziellen Fassanstich. Beim Festumzug regnet es in Strömen, dies kann jedoch den 51 Fußtruppen und 20 Kapellen die gute Laune nicht verderben. "


Cranger Kirmes 2000


Im Jahre 2000 heißt es in der WAZ: "Auf die Wurzeln der Cranger Kirmes haben sich die Veranstalter besonnen, als sie der 565. Cranger Kirmes wieder einen Viehmarkt vorangestellt haben. ('In den letzten Jahren dümpelte der Pferdemarkt so vor sich hin', lautet der O-Ton von Pressesprecherin Jutta Daniel.) Erstmals am Donnerstag um 15 Uhr eröffnet der Oberbürgermeister Wolfgang Becker und der Dressur-Olympiasieger Klaus Balkenhof, in einer vierspännigen Kutsche vom Wanner Rathaus zum Friedrich-Brockhoff-Platz kutschierend, den diesjährigen Pferdemarkt.

Ärger gibt es zum diesjährigen Kirmesplakat, dass mit knallroten glacierten Äpfeln und der Aufschrift 'Sweet dreams are made of this' wirbt. Verärgerung hierzu können in den WAZ-Leserbriefen verfolgt werden. (Ich verzweifele am Verstand, der für diese wurmstichigen Äpfel Verantwortlichen. - Wie kann man für ein Volksfest, das seine Wurzeln tief in der Geschichte Cranges hat, mit einem englischen Slogan werben ?) Bei der Eröffnungsveranstaltung können sich die Zuschauer nicht mehr auf ihren Stühlen halten, als Stargast Costa Cordalis mit seinem Song 'A-niii-ta' die Bühne betritt. Zu den Neuheiten zählen in diesem Jahr u.a. Air-Maxx und Alien Attack. Mit rund 4 Millionen Besuchern verabschiedet sich die 565. Cranger Kirmes."



Cranger-Kirmes 2001

Im Jahre 2001 wird wie folgt berichtet: Toll startete die 566. Cranger Kirmes am Freitagvormittag mit der Eröffnung im voll besetzten Bayernzelt. NRW-Justizminister Jochen Dieckmann und Oberbürgermeister Wolfgang Becker schlugen gemeinsam das erste Fass zur Eröffnung an. Gaststar war Bernhard Brink, er sang sein „blondes Wunder“.

Crange befand sich darauf hin in bester Partystimmung.  Auf einen Gelände von 83000 Quadratmeter Laufstrecke und eine bebaute Gesamtfront von rund fünf Kilometern dreht sich zehn Tage lang das größte Volksfest im Ruhrgebiet. Nostalgie und High Tec wechseln sich auch in diesem Jahr wieder ab.

Klassiker wie Geisterbahn, Schiffschaukel, Riesenrad und Boxbude sind ebenso vertreten wie der Freefall Tower, das Katapult Sling Shot, wilde Achterbahn oder der Booster, dessen Gondeln sich nicht nur drehen, sondern auch überschlagen. 500 Schausteller waren in diesem Jahr auf Crange dabei.


Cranger Kirmes 2002


Im Jahre 2002 lautete der Slogen zur 567 Cranger Kirmes: „Listen to your heart“. Ein buntes Lebkuchenherz leuchtet in einem Röntgenbild, stellvertretend für alle Kirmes Fans. Das Plakat (ein Röntgenbild) war bei Ätzten heiß begehrt.

Bei den „alte Wanne-Eickelern“ war diese Werbung eine „Anti Werbung“. Sie waren geschockt, als sie das Kirmesplakat sahen. O-Ton: „Was soll das Röntgenbild deutlich machen, dass ich mir im Bayernzelt von Säufern Rippenbrüche zuziehen kann?“. Beim Fassanstich im Bayernzelt sorgte Oberbürgermeister Wolfgang Becker noch vor dem Showprogramm für Stimmung. Einer der Steinhumpen überlebte den Fassanstich nicht. Warsteiner Brauerei Chef Lothar Menge sorgte schnell für Ersatz. Das Malheur rief unter den Zuschauern wahre Begeisterungsstürme hervor – oder war es etwa Schadenfreude? 150 000 bestaunten den farbenfrohen Lindwurm der Fröhlichkeit, der sich am Samstag auf einer Länge von rund zweieinhalb Kilometer vom St. Jörgen-Platz Richtung Cranger Kirmes schlängelte.

3000 Teilnehmer schmissen kistenweise Bonbons. Selbst das schlechte Wetter an diesem Tag tat der Stimmung keinen Abbruch. Einer der neuen Knaller in diesem Jahr hieß „Turbo-Force“ – ein Fahrvergnügen für Mutige und Fahrgäste mit Astronautenqualitäten. 


Cranger Kirmes 2003


Die Welt Blickt auf Wanne-Eickel (nicht auf Herne) heißt es voll mundig in einer Anzeige im August 2003. (Sollte die Stadtverwaltung dazu gelernt haben, fragt sich der Leser auf dem ersten Blick).  Es ist unglaublich. Der Slogan zur 568. Cranger Kirmes trifft erneut mitten ins (Lebkuchen-) Herz, titelte die Presse. „Wenn die Sonne aufgeht über Crange..“, vermittelte das neue Plakat mit dem Titel: „Here comes the sun…“ (Seit drei Jahren wird die englischsprachlichen Schlagzeilen nun verwand, trotz großer Proteste der Bürger).

Mit elf Böllerschüsse eröffnete OB. Becker und Ministerpräsident Peer Steinbrück die 568. Cranger Kirmes. Das anschließende eineinhalbstündige Programm mit Stargast Ireen Sheer stimmte so richtig auf die Kirmes ein – das Festzelt kochte. Auch der Festumzug – fünf Kilometer lang, mit 70 prächtigen Festwagen, 19 Musik-, 15 Fuß- und 2 Fahrradgruppen bei Temperaturen weit über 35 Grad (das heißeste Volksfest in der Cranger Geschichte) war ein voller Erfolg. Nur die Besucherzahlen gingen von 3,5 Millionen im Vorjahr, auf 3,2 Millionen zurück.


Cranger Kirmes 2004


Im Jahre 2004 weiß der Chronist zu berichten: Das Bayernzelt war wie in jedem Jahr bis zum letzten Platz gefüllt und die Stimmung trotz sengender Hitze schon zu früher Stunde ausgezeichnet. Bei gefühlten 45 Grad eröffnete der Herner OB Wolfgang Becker pünktlich um 11 Uhr seine letzte Cranger Kirmes als Oberbürgermeister. Nach dem OB Becker das Fass ohne Probleme angeschlagen hatte, schenkte er der Ministerin Hannelore Kraft den ersten Krug ein.

Den Blicken der geladenen Gästen zog Peter Albrecht an diesem Tag auf sich, er trug ein T-Shirt mit dem eindeutigen Bekenntnis: Wanne-Eickel statt Herne. Als Stargast an diesem Tag, konnte die Stadt Chris Andrews gewinnen. Das Plakat als wichtiger Bestandteil der Werbung für die 569. Cranger Kirmes, zeigt in diesem Jahr ein Pärchen, das unter dem Leitmotiv: „Baby, you can drive my car“ fröhlich in einer Autoscooter-Chaise sitzt. Die neue Kirmes Königin in diesem Jahr heißt: Susanne Beyer. Die anhaltende schlechte Wirtschaftslage in diesem Jahr hat dazu bei getragen, das die hoch gesteckten Erwartungen an Zuschauerzahlen nicht erreicht wurden.

Die drei Millionen Menschen ließen etwa 90 Millionen Euro in Crange. Damit ist die Kirmes für zahlreiche Unternehmer, den Einzelhandel und das Handwerk ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.


Cranger Kirmes 2005


Die Ur-Cranger Botschaft 2005 heißt: „Come together“. Das Volksfest wird zum ersten Mal nicht um 11 Uhr, sondern um 14 Uhr eröffnet. Stargast im Bayernzelt war Karel Gott. Der „Star der Herzen“ wurde in diesem Jahr aber ein ganz anderer: Schlagersänger Frank Lindner. Er sang sich mit seiner „Wanne-Eickeler Hymne“ in die Herzen der Zuschauer. Dass mit diesem Auftritt ein Traum für den Wanne-Eickeler Junge wahr wurde, konnte jeder sehen: Zu Tränen gerührt bewies er ganz viel Gefühl und viel echte Heimatliebe. (Solche einheimische Schlagersänger will das Cranger Kirmes Publikum hören und sehen).

Auch zum Bieranstich zeigt sich ein neues Gesicht, Horst Schiereck, erstmals in seiner Eigenschaft als Oberbürgermeister. Seine Aussage zum Plakat der 570. Cranger Kirmes lautete: ich weiß, dass das Englische auf dem Plakaten sich längst nicht bei allen Wanne-Eickelern und Hernern gesteigerte Sympathie erfreut. Das großformatige Poster zeigt ein Eskimo Pärchen, das per Kajak vom Polarkreis kommend, endlich den Rhein-Herne-Kanal erreicht hat. Attraktion in diesem Jahr ist der Imperator, er wirbelte seine Fahrgäste 40 Meter in die Höhe und gilt als das größtes mobiles Flugkarussell.

Als Publikumsmagnet hat sich die Alpina-Bahn erwiesen, die für den Euro-Star eingesprungen war. 3,5 Millionen Besucher tummelten sich bei schlechtem Wetter auf dem Kirmesgelände. Die angestrebte vier vor dem Komma blieb leider auch in diesem Jahr aus. „Für die Menschen in Wanne-Eickel ist die Cranger Kirmes das Highlight des Jahres, egal wie das Wetter ist“, sagte Meinolf Nowak, Kirmesdezernent der Stadt Herne der Presse.


Cranger Kirmes 2006


Wenn der Oberbürgermeister den „Mond von Wanne-Eickel“ singt, das Fassbier in rauen mengen strömt und das Bayernzelt aus allen Nähten platzt, dann ist es endlich soweit: Die Kirmes ist eröffnet!, so beginnt die WAZ im August 2006 ihren Bericht zum 571. Cranger Kirmes Auftakt.

Das Kirmesplakat präsentiert sich in diesem Jahr in einer modernen Grafik und einer poppig orangenen Farbe. Das Motiv zeigt den „Olympia-Looping“, der erstmalig auf Crange gastiert. Entworfen hat das Plakat Thomas Schmidt aus dem Fachbereich Presse und Kommunikation der Stadt Herne. Bei den Figuren, die als Schattenrisse fröhlich die Hände zum Himmel recken, handelt es sich um den OB Horst Schiereck (links) und Kirmesarchitektin Sabine Marek. Nach dem Fassanstich und der offiziellen Eröffnung der 571. Cranger Kirmes im Bayernzelt, eroberte OB Schiereck die Herzen der Wanne-Eickeler, als er vor dem Mikrofon trat und die „lieben Wanne-Eickelerinnen und Wanne-Eickeler“ begrüßte und die Gäste aus dem „Osten“ (Herne) unerwähnt ließ.

Stargast an diesem Tag war Michael Holm. Er brachte die ultimative Wahrheit mit nach Crange: Tränen lügen nicht. Highlight des Festumzuges war der neue Motivwagen der Werbegemeinschaft Wanne-Nord. Das springende Emscherbrücher Pferd, das Wahrzeichen der Werbegemeinschaft. Angefertigt wurde es von Costa Costaras, er schuf auch das schmiedeeiserne Cranger Tor. Die magische Zahl von 4 Millionen Besuchern wurde in diesem Jahr wieder erreicht. Auch einen neuen Rekord kann die Cranger Kirmes in diesem Jahr vermelden: 180 000 Besucher verfolgten den Kirmesumzug von Eickel nach Crange.



Den offiziellen Plakaten, die auch in diesem Jahr wieder behaupteten, die Cranger Kirmes findet "in Herne" statt, rückten „echte Wanne-Eickeler“, bewaffnet mit Spraydosen auf die Pelle. Das schmerzte natürlich und verlangte nach sofortiger geografischer Nachbesserung. Deutlich zu Lesen war dann, der Zusatzhinweis: „in Wanne-Eickel“.    


Cranger Kirmes 2007



Kirmesplakat 2007

Die 572. Cranger Kirmes hatte einiges von einer Achterbahnfahrt, berichtete die Lokalpresse im August 2007. Nach einem phänomenalen Start strömten schon am Eröffnungsfreitag 750.000 Menschen bei perfektem Kirmeswetter nach Crange.

Zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr – zur Zeit des Feuerwerks – herrschte regelrechter Stillstand auf dem Festgelände, so dicht gedrängt standen die Besucher. Am zweiten Tag sah es nicht anders aus. 1,4 Millionen Besucher an zwei Tagen, so etwas haben wir noch nicht auf Crange erlebt, berichtete der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes Albert Ritter.

Ab Wochenanfang war es dann aber mit dem herrlichen Wetter vorbei – viel Regen, wenig Besucher. Erst am Donnerstag wurde das Wetter besser, so dass bis zum Sonntagabend 4,2 Millionen Besucher durch die Kirmesgassen schlenderten. Highlight in diesem Jahr waren: das größte transportable Kettenkarussell aus München. Es hievte seine Fahrgäste in zwei Etappen bis in einer Höhe von fast 40 Metern, bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h rotierten deren Sessel. Weiter geht es mit der höchsten Schaukel der Welt: Mit einer Flughöhe von 45 Metern bot sie Kirmesbesuchern den ultimativen Fahrkick. Oder die erste Rafting Wasserbahn. Sie simulierte einen rauschenden Wildbauch mit dunklem Höhlen-Stollenlabyrinth, ein geheimnisvolles Silberminen Bergwerk, tosende Wasserfälle, Explosionen und Steinschläge. Am Start wurden die Rundboote mit einem Lift samt Fahrgäste auf eine Höhe von 26 Metern angehoben, um dann nach unten zu rauschen.

Brandneu war auch eine weitere Attraktion aus München, die Erlebnisanlage Amazonas. Einzigartige Spezialeffekte begleiteten den Kirmesbesucher bei seiner Wanderung durch ein unbekanntes Land. Wasserfälle, ein Hindernisparcours, lebende Reptilien und Piranhas, Feuer-, Luft- und Wasserillusionen sorgten für eine schaurig schöne Entdeckungstour durch das Innere des dreistöckigen Laufgeschäfts.


   
  Wanne-Eickeler Jungs zeigen Wanne-Eickel