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Fred Endrikat "Ein fröhlicher Sünder"
von Heinrich Lührig


Eine ihm gewidmete Straße (16. April 1964) im Wanner Norden hält die Erinnerung an seinen Namen wach. Als Dichter, Vortragskünstler und Kabarettist wurde er weit über die Grenzen seiner Heimatstadt Wanne-Eickel hinaus bekannt und berühmt.

Fred Endrikat wurde am 7. Juni 1890 als ältester von sieben Kindern in Nakel an der Netze, in der Nähe von Bromberg im deutschen Osten geboren. Eigentlich musste Endrikat im Schatten der Fördergerüste von Shamrock das Licht der Welt erblicken. Jedoch musste seine Mutter eine notwendige Reise machen. Auf dieser Reise meldete urplötzlich und für alle überraschend, Fred sein Verlangen, die Weisheit auf diesen Planeten zu bereichern an. Seine Kindheit verbrachte er in seinem Elternhaus in Crange an der Heerstraße 311 und in der Gastwirtschaft Abendroth Schon während der Volksschulzeit, in Crange und an der Dorneburg, als stiller, Musterschüler, malte er Postkarten und schrieb heitere und ernste Verse. Als zwölfjähriger gewann er bei einem Dichterwettbewerb des Dortmunder Generalanzeigers, der mit Geld- und Buchpreisen prämiert war. Nur ungern begann er nach der Volksschulzeit auf Wunsch des Vaters eine Handwerkslehre als Schlosser, die er nach zwei Jahren Ausbildung aber abbrach. Sein Debüt als Pferdejunge, Schlepper und Lehrhauer auf der Zeche Shamrock ž war ebenfalls nicht von langer Dauer. Seine Lieblingsbeschäftigung blieb das Schreiben, Seine Schwester Herta berichtet hierzu: Eines Morgens fand Mutter neben ihrem Frühstücksteller folgendes Gedicht von Fred:

"Mutter, Mutter, laß mich gehen, laß mich gehen in die Welt.
Dort will ich mein Glück erspähen, wo es sich verborgen hält.
Mutter, Mutter, laß mich ziehen - wer weiß, wo mein Glück noch steckt."


Mit Erfüllung dieses Wunsches begann seine Künstlerlaufbahn. Sein ersten kabarettistischen Auftritte hatte er auf der Kleinkunstbühne der Gastwirtschaft Wilhelm Nehring, in Wanne-Süd.



 Eigenständiger Schriftsteller wurde Endrikat nach dem Ersten Weltkrieg, wo er Texte für Marita Gründgens und Kläre Waldow schrieb. In den späteren Jahren schrieb er Sketche für Vortragskünstler, bis er selbst Auftritte, erst in kleinen Cafés und Varietés, später im Simplizissimus in München und vielen anderen großen Städten hatte. In der bayerischen Metropole wurde der Bänkelpoet aus Wanne-Eickel, Fred Endrikat mit Joachim Ringelnatz, Karl Valentin, Peter von Osten und Marietta Star in einem Atemzug genannt. Zusammen mit Hans Herbert Blatzheim stellte er später das berühmte literarische Kabarett "Die Arche" auf die Beine. Zwischendurch trieb es ihn immer wieder in die Heimatstadt Wanne-Eickel zurück, wo er die Eindrücke des Wiedersehens gleich zu Papier brachte.

Seine bekanntesten Heimatgedichte: Die Bergmannskuh, Es gib ein Stück Erde..., Heimkehr, Gruß an die Rote Erde, sind in heitere Versbücher in einer über 2 Millionen Auflage gedruckt worden. 1976 veröffentlichte der Blanvalet Verlag München unter dem Titel "Das grosse Endrikat Buch" eine Zusammenfassung dieser Versbücher, die in vielfacher Auflage bis 1990 im Buchhandel erschien. Am 12. August 1942, im alter von 52 Jahren verstarb Fred Endrikat in Leoni am Starnberger See, die Welt war um einen schnurrigen Bänkelpoeten ärmer geworden.


Quelle: Das grosse Endrikat Buch, S.277 ff. Ausstellung: Fred Endrikat vor 100 Jahren geboren, in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und der Stadtbücherei, am 07. Juni 1990, Hauptbücherei Wanner Straße. Auszüge aus WAZ vom 12. August 1992


   
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